Hotel Hirsch

Wohlfühlen mit Charme in Heidenheim

Stadt Heidenheim

Die ältesten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit im Gebiet der modernen Stadt Heidenheim sind etwa 80.000 Jahre alt. Eine kontinuierliche Besiedlung dürfte nach den archäologischen Befunden jedoch erst seit der Spätbronzezeit um etwa 1.300 v. Chr. eingesetzt haben. Die nachfolgende Urnenfelderepoche (ca. 1.200 - 750 v. Chr.) ist durch umfangreiche Siedlungsreste in Heidenheim und Schnaitheim belegt.

[...]

Etwa um das Jahr 100 n. Chr. errichteten die Römer in Heidenheim ein Steinkastell. Die 5,2 ha große Anlage, Teil des sogenannten Alblimes, bedeckte eine Fläche, die heute ungefähr von der westlichen Brenzstraße, der Karlstraße, der Paulinenstraße und einer gedachten Linie zwischen der Ostseite des Hellenstein-Gymnasiums und dem Amtsgericht umschlossen wird. Das Militärlager beherbergte die Ala II Flavia milliaria, eine Reitereinheit mit einer Sollstärke von 1.000 Mann. Zahlreiche Funde belegen, dass bereits in jener Zeit der Totenberg als Bestattungsplatz diente. Im Zuge der letzten Grenzkorrektur des obergermanisch-raetischen Limes wurde die Truppe um das Jahr 150 ins neuerbaute Kastell Aalen nordwärts vorverlegt. Diese Maßnahme bedeutete jedoch keineswegs das Ende der mittlerweile außerhalb des Kastells entstandenen Zivilsiedlung. Die archäologischen Quellen lassen vielmehr den Schluss zu, dass sich das römische Heidenheim zu einer wichtigen Ortschaft im Nordwesten der römischen Provinz Raetien entwickelt hatte. Die reichen Bohnerzvorkommen der Umgebung sowie die verkehrsgünstige Lage mögen entscheidende wachstumsfördernde Faktoren gewesen sein.

[...]

Aus den beiden ältesten Salbüchern Heidenheims ist zu entnehmen, dass die Stadt in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts aus 70 Häusern bestand. Im Norden und Osten wuchsen die Obere und Mittlere Vorstadt, ab etwa 1602 kamen auf Anregung Herzog Friedrichs I. von Württemberg die ersten Häuser der Unteren Vorstadt, der späteren Webersiedlung, hinzu. Im Dreißigjährigen Krieg folgten die schlimmsten Jahre für Heidenheim unmittelbar auf die Schlacht von Nördlingen 1634: Hatte die Stadt 1618 etwa 1.000 Bewohner, so zählte man 1648 lediglich noch 463 Personen. Danach allerdings nahm die Bevölkerungszahl fast stetig zu und die Oberamtsbeschreibung von 1844 vermeldet 2.737 Einwohner.

[...]

Heidenheims guter Ruf als ostwürttembergisches Wirtschaftszentrum des 19. und 20. Jahrhunderts gründet sich auf Erwerbszweige, deren Wurzeln hier teilweise bis in vorgeschichtliche Zeit reichen. So künden die bereits erwähnten zahlreichen hallstattzeitlichen Grabhügelgruppen von einer dichten Besiedlung im 8. bis 5. vorchristlichen Jahrhundert, die ganz wesentlich von den hiesigen Bohnerzvorkommen motiviert gewesen sein dürfte. Aus der römischen Epoche Heidenheims fand man die Reste einer Gießerei. Steinsetzungen am Nordrand von Heidenheim-Großkuchen werden von den Archäologen als Herdstellen einer fabrikationsmäßigen frühalamannischen Eisenverhüttungsanlage gedeutet.

[...]

Paul Hartmann gründete 1867 einen Textilveredelungsbetrieb. 1873 nahm er dort die gewerbliche Herstellung von medizinischer Watte aus entfetteter Baumwolle auf. Das gestaltete sich so erfolgreich, dass sich das Unternehmen bald ganz auf die Herstellung von Verbandstoffen und Medizinartikeln konzentrierte. Heute gehört die Hartmann-Gruppe zu den Marktführern ihrer Branche.

[...]

Bis ins 16. Jahrhundert lässt sich die hiesige Papierherstellung zurückverfolgen: 1530 errichtete die Stadt eine Papiermühle an der Brenz; 1539 wurde hier Papier mit dem seit 1486 nachgewiesenen Heidenheimer Stadtwappen produziert. Von Friedrich Keller erwarb Heinrich Voelter jun. 1846 dessen noch unvollkommene Erfindung des Holzschliffs, und es gelang ihm, in Zusammenarbeit mit Johann Matthäus Voith die erste brauchbare Holzschleifmaschine zu konstruieren. 1864 allerdings war das Ende der Heidenheimer Papierherstellung gekommen, als Voelters Fabrik abbrannte und die Produktion nach Gerschweiler bei Giengen verlegt wurde.

[...]

Heute leben rund 50 000 Einwohner in Heidenheim.

Quellen:
http://www.heidenheim.de/,Lde/startseite/Leben/Stadtgeschichte.html?QUERYSTRING=geschichte
Helmut Weimert: Historisches Heidenheim, 2. Aufl. 2006